Zur Entwicklung unseres Schulprogramms - Zum Verständnis unseres Leitgedankens


Unser Leitgedanke:

Schule mit Herz -
Miteinander lernen - Miteinander leben
in der Nibelungenschule

Unter dem Leitgedanken verstehen wir eine Schule, die das Lernen mit Kopf, Herz und Hand gleichermaßen fördert, damit sich die Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler ganzheitlich entfalten kann.
Kernstück unseres Leitmotivs sind u.a. die folgenden Überlegungen:
Wissenschaft und Technik prägen unser Zeitalter. Sie beherrschen direkt oder indirekt wesentliche Teile unseres Lebens. In einer überwiegend an Zweckrationalität und Konsum orientierten Gesellschaft wird Herzensbildung zunehmend vermisst. Mitmenschlichkeit und Herzlichkeit sind nur noch wenig gefragt. Egoismus, Selbstsucht bis hin zur Beziehungslosigkeit sind oft beklagte Symptome und Folgen unserer "postsozialen" Gesellschaft.
Diese Zeiterscheinungen sind für uns kein Anlass zu kulturpessimistischer Resignation oder gar zu wissenschafts- bzw. technologiefeindlichen Einstellungen, sondern Impulse und Entwicklungschancen bei der Suche nach tragfähigen Fundamenten und stabilen Orientierungen für das Zusammenleben in Schule und Gesellschaft.
Unserer Ansicht nach ist es daher pädagogisch sinnvoll und notwendig, die Auswirkungen der Zeitumstände auf die Entwicklung der kindlichen Persönlichkeit besonders zu beobachten und zu reflektieren.
Vor allem die im gesellschaftlichen Zusammenleben oft wenig beziehungsfördernd praktizierten Umgangsformen und Verhaltensweisen sind im Interesse unserer Schülerinnen und Schüler zu hinterfragen und durch die Anbahnung gemeinschaftsstiftender und friedfertiger Einstellungen wie Mitmenschlichkeit und Pflege des Gemeinsinns auszugleichen.
Beim behutsamen Einüben und Pflegen sozialer Verhaltensweisen in der Schule können die Schülerinnen und Schüler die zentrale Bedeutung sozialer Kompetenzen für das Zusammenleben kennen lernen und deren Wert beim Umgang miteinander bewusst erfahren.
Wir sind der Meinung, dass in einer Schule, wo Kinder, Jugendliche und Erwachsene miteinander leben und lernen, ein freundlicher Umgangston gepflegt werden sollte sowie Höflichkeit, Hilfsbereitschaft und gegenseitige
Wertschätzung täglich praktiziert werden müssen. Nur bei einer diese Tugenden förderlichen Lernumwelt können sich Schülerinnen und Schüler in der Schule wohlfühlen, Schlüsselqualifikationen erwerben und ihre Persönlichkeit ganzheitlich entwickeln.
Unter dem Leitbild "Schule mit Herz" verstehen wir daher ein pulsierendes Zentrum in dem Schülerinnen und Schüler soziale Erfahrungen machen sowie positive Werthaltungen aufbauen können, ohne das fachliche Lernen zu vernachlässigen.
Unser Leitmotiv umschließt für uns des Weiteren Impulse zur Anbahnung ganzheitlicher Lern- und Entwicklungsprozesse, welche sowohl die körperlichen und emotionalen als auch die intellektuellen und sozialen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler besonders fördern.
Unser Leitgedanke "Schule mit Herz - Miteinander leben / Miteinander lernen" signalisiert darüber hinaus das gemeinsame pädagogische Leitbild aller Lehrerinnen und Lehrer der Nibelungenschule sowie die von uns erwünschte Entwicklungsperspektive. Es bündelt die von uns favorisierten pädagogischen Grundsätze und den angestrebten pädagogischen Konsens der Schulgemeinde.
"Schule mit Herz" ist für uns keine sentimentale literarische Metapher, sondern Motivationsfaktor zur Gestaltung ganzheitlicher Lernprozesse d.h. der Förderung von Selbst-, Sach- und Sozialkompetenz unserer Schülerinnen und Schüler. Das gewählte Leitbild ist für uns "existentieller Motor" zur Öffnung und Veränderung von Schule.
Unser Leitgedanke "Schule mit Herz - Miteinander lernen / Miteinander leben" soll anhand folgender Leitsätze näher beschrieben werden:

Miteinander lernen

" Wir verstehen es als pädagogische Aufgabe unserer Schule, den Schülerinnen und Schülern nicht nur Lehrplaninhalte zu vermitteln, sondern auch ihre Kooperations- und Gemeinschaftsfähigkeit zu fördern. Dazu gehört auch die gegenseitige Wertschätzung von Lehrenden und Lernenden als Grundlage für die Entwicklung von Selbst- und Sozialkompetenz, Lernbereitschaft und Leistungsfähigkeit.

" Die Schaffung eines personenzentrierten Lern- und Beziehungsklimas zwischen Schülern und Lehrern - über die unterrichtlichen Kontakte hinaus - ist für uns Grundlage des gemeinsamen Lernens.

" Miteinander lernen bedeutet für uns, dass sich die Schülerinnen und Schüler fachliche Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten sowie soziale Grundhaltungen aneignen, und zwar in einem Unterricht, der im Sinne schülerorientierter und sachbezogener Lernprozesse zunehmend offen organisiert wird.

" An unserer Schule sind Handeln und Lernen leistungsorientiert angelegt, sodass die Schülerinnen und Schüler gemäß ihrer Fähigkeiten auf die Anforderungen der weiterführenden Schulen bzw. der Ausbildungsberufe vorbereitet werden. Gleichwohl muss der Unterricht durch unterschiedliche Leistungsanforderungen der persönlichen Begabung und dem momentanen Lernvermögen der Schülerin / des Schülers gerecht werden.
" Beim Miteinander lernen sollen die Schülerinnen und Schüler ihre Gemeinschaftsfähigkeit entwickeln, Sensibilität und Einfühlungsvermögen beim Umgang miteinander entfalten und dadurch ihr Selbstbewusstsein stärken.

" In unserer Schule ergänzen sich fachbezogenes und fächerübergreifendes Lernen. Mit der Durchführung gemeinsamer Vorhaben und Projekte sowie beim Praktizieren offener Unterrichtsformen wollen wir die Lernmotivation der Schülerinnen und Schüler fördern und ein Zusammengehörigkeitsgefühl anbahnen.
" Bei der Gestaltung des Unterrichts erfolgt ein sinnvoller Wechsel zwischen individuellen und gemeinschaftsbezogenen Arbeitsformen. Auf diese Weise berücksichtigen wir einerseits die Individualität der einzelnen Schülerin / des einzelnen Schülers und motivieren sie andererseits zum Miteinander in der Gruppe.


Miteinander leben

" Unsere Schule ist für uns Lernort und Erfahrungsraum, d. h. ein Ort gemeinsamen Lebens und Lernens, wo Kinder und Jugendliche sich nicht nur fachliche Kenntnisse und soziale Verhaltensweisen aneignen, sondern auch die erworbenen Fertigkeiten und Fähigkeiten beim Zusammenarbeiten und Zusammenleben erproben können. Schule ist für uns vor allem Lebensraum, in dem jedes Mitglied unserer Schulgemeinde herzlich aufgenommen wird und sich beim gemeinsamen Tun entwickeln und wohlfühlen kann.

" Kinder und Jugendliche sollen sich in unserer Schule wohlfühlen, um in einer anregenden Lernumgebung gut lernen und die an sie gestellten Leistungsanforderungen angemessen bewältigen zu können. In diesem Zusammenhang erfolgt im Interesse der von uns angestrebten Persönlichkeitsförderung eine entwicklungsfördernde Beratung und Beurteilung.

" Zielsetzung unserer Schule ist auch, die Schülerinnen und Schüler zur gewaltfreien Konfliktlösung anzuhalten. Darüber hinaus sollen sie Offenheit, Toleranz und Solidarität als Werte erfahren und die Bedeutung von verbindlichen Prinzipien und Regeln erkennen, die das Zusammenleben und Zusammenarbeiten fördern. Grundlagen dazu sind die Regeln unserer Schulordnung.

" Leben und Lernen in der Schule bedeutet für uns zudem, mit den Schülerinnen und Schülern demokratische Spielregeln einzuüben, wobei sie an der Gestaltung des Schulalltags mitwirken und sich an klasseninternen Entscheidungsprozessen beteiligen können. Dabei sollen sie ihre Urteils-, Konflikt- und Konsensfähigkeit entwickeln und zum verantwortlichen und solidarischen Handeln angehalten werden.

" Das Helferprinzip soll für uns Grundsatz im Schulalltag sein.

" Feste, Feiern, Elternabende und Elterngespräche sollen Kontakte zwischen Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrerinnen und Lehrern herstellen und zum gegenseitigen Kennen- und Verstehen lernen beitragen.

" Lehrerinnen, Lehrer und Eltern sollten in unserer Schule Erziehungsaufgaben gemeinsam wahrnehmen. Durch regelmäßige Gespräche und in enger Kooperation können sie Schülerinnen und Schüler bei ihrer Identitätsfindung gemeinsam unterstützen und ihnen helfen, haltgebende Beziehungen aufzubauen.

weiter zu: Unser pädagogisches Verständnis - Öffnung von Schule und Unterricht

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