Zur Kritik des "Kompetenzbegriffs" siehe
unten
"Stärkung kindlicher
Kompetenz"
Fortbildungsmodul zum Hessischen-Bildungs- und
Erziehungsplan 0-10
der Grundschullehrkräfte, der Grundschulbetreuung unserer Schule
und der Erzieherinnen von Katholischer und Kommunaler Kindertagesstätte
in Hofheim in der Aula
Struktur des pädagogischen
Tages „Stärkung Kindlicher Kompetenz“
Referentin und Moderatorin: Frau Annette Christoph – AFL

09.00 Uhr : Begrüßung und Organisation
a. Bilder malen zu drei Dingen, die jeder gerne tut
b. Gespräch mit zwei TeilnehmerInnen in Folge
c. Aufstellung der TeilnehmerInnen nach Einrichtungen
d. Aufstellung im Raum nach Berufsjahren
kurze Pause:




10.00 Uhr: Mein Bild vom Kind: Kompetenzen
a. Kurzvortrag „ kindliche Kompetenz“
b. TeilnehmerInnen suchen je ein Kinder- Bild aus Sammlung aus
c. Reflektion: Welche Kompetenzen entdecke ich im Kind?
d. Austausch in 5er oder 6er Gruppen
e. Erstellen einer Übersicht auf Flipchart : Bilder und Kompetenzen
f. Vorstellen der Plakate im Plenum













11.00 Uhr: Grundlagen des HBEP 0-10
Vortrag der Referentin: 3 Begriffe aus dem HBEP
- Das Kind steht im Mittelpunkt
- Verknüpfung der Bildungsorte
- Kommunikation mit Eltern

12.00 Uhr Mittagspause



13.00 Uhr: Kompetenz bei einem besonderen Kind
a. Einstieg mit Bilderbuch von Philip Waechter „ich“
b. Teilnehmer
Reflektion zu einem Kind aus eigener Gruppe, das einem besonders herausfordert
Welche Kompetenzen hat es? Wie kann ich sie fördern?
c. Austausch mit Partner -30 Minuten
d. Auswertung der Gespräche in der Großgruppe







14.00 Uhr: Thema Bindung
Kurzvortrag der Referentin

15.00 Uhr: Meine Rolle als Fachkraft
a. Kleingruppen planen mögliche Umsetzungsschritte in den Einrichtungen
b. Vorstellen der Schritte im Plenum


15.50 Uhr: Ausklang
16.00 Uhr: Ende der Fortbildung
Stärkung kindlicher Kompetenzen
von Annette Christoph
Multiplikatorin für den HBEP — "Stärkung der kindlichen
Kompetenzen“ annettechristoph@web.de
Womit müssen wir uns auseinandersetzen? - Das Bild des
Kindes
Das Bild vom Kind — ob verdeckt oder bekannt, bewusst oder nicht
bewusst - beeinflusst pädagogische Konzepte. Pädagogisches
Denken, planen, und Handeln wird gewissermaßen vom jeweiligen
Bild des Kindes aus entworfen.
Der HBEP beschreibt das zugrunde liegende Bild vom Kind folgendermaßen:
„Von Anfang an äußeren Kinder ihre Bedürfnisse,
gestalten ihre Bildung und Entwicklung aktiv mit und übernehmen
dabei entwicklungsangemessene Verantwortung, denn der Mensch ist auf
Selbstbestimmung und Selbsttätigkeit hin ausgelegt."
Bereits das Neugeborene kommt als kompetenter Säugling zur Welt.
Die Stärkung kindlicher Kompetenzen - Worauf es ankommt
im Zusammenhang mit dem HBEP?
„Als Basiskompetenzen bzw. Schlüsselqualifikationen werden
grundlegende Fähigkeiten, Fertigkeiten, Haltungen und Persönlichkeitscharakteristika
bezeichnet. Diese Basiskompetenzen bilden die Grundlage für körperliche
und seelische Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität des Kindes
und erleichtern das Zusammenleben in Gruppen. Sie sind Vorbedingungen
für den Erfolg und die Zufriedenheit in Familie, Kindergarten,
Schule, sowie im späteren Beruf. Diese Basiskompetenzen sind Eigenschaften,
die zur Lebensbewältigung des Kindes und zu lebenslangem Lernen
befähigen. Sie werden im so genannten „heimlichen Lehrplan
auch immer mit vermittelt, indem beispielsweise bestimmte Verhaltensweisen
belohnt oder auch durch Vorbilder vorgelebt werden. Diese individuumsbezogenen
und sozialen Basiskompetenzen stellen die Grundlage für lernmethodische
Kompetenz und für Resilienz dar"
Folgende Kompetenzen werden genannt:
· Selbstwertgefühl
· Autonomieerleben
· Selbstwirksamkeit
· Selbstregulation.
· Neugier, Interesse
· Gefühle identifizieren and äußern
· Problem lösen
· Kreativität
· Gedächtnis
· Denkfähigkeit
· Differenzierte Wahrnehmung •
· Übernahme von Eigenverantwortung far Gesundheit und Wohlbefinden
· Fähigkeit zur Regulation von Anstrengung and Entspannung.
· Empathie
· Kommunikationsfähigkeit
· Kooperations- und Teamfähigkeit
· Konfliktmanagement
· Gefühl der Zugehörigkeit zur eigenen Kultur und der
Teilhabe
· Sensibilitat für und Achtung vor Andersartigkeit und Anderssein
· Solidarität
· verantwortlicher Umgang mit der eigenen Handlungsfreiheit
· Unvoreingenommenheit
· Verantwortung für das eigene Handeln
· Verantwortung anderen Menschen gegenüber
· Verantwortung für Umwelt und Natur
· Einhalten von Gesprãchs- und Abstimmungsregein
· Einbringen und Uberdenken des eigenen Standpunktes
· Zuhören and Aushandeln
Die Stärkung kindlicher Kompetenzen ist gewissermaßen die
beständig notwendige Grundlage, um ein möglichst großes
Potenzial individueller Fähigkeiten entwickeln zu können.
Dabei ist der Blick auf die Ressourcen des Kindes und nicht auf seine
Defizite gerichtet.
Der leitende Gedanke ist, dass wir Erwachsene, das Kind selbst, die
Kinder untereinander entdecken,
· was das Kind kann,
· woran es Interesse zeigt,
· wo es emotional berührt ist.
Die Anerkennung des Könnens, die Bestätigung des Interessanten
und eine empathische Resonanz der Gefühle ist Auftrag für
alle begleitenden Bezugspersonen an allen Bildungsorten und in allen
Entwicklungsphasen.
Aktuelle und zukünftige Anforderungen auf Grund gesellschaftlichen
and demografischen Wandels, kultureller Vielfalt im sozialen Umfeld
und in der Zusammenarbeit, generell veränderte Anforderungen der
Wirtschafts- und Arbeitswelt erfordern ein dynarnisches Bildungserneuerungsmodell.
Kinder brauchen weniger einen Wissenskanon, sondern in erster Linie
Kompetenzen, die ihnen verhelfen,
· auf Neues mit Selbstvertrauen zuzugehen, sich einzulassen,
· sich mittels Selbstregulation vor Überforderung zu schützen,
· Themen und Probleme zu kommunizieren,
· kreative. Lösungen zu entwerfen und zu entwickeln •
· dabei einen an ethischen und demokratischen Grundwerten orientierten
inneren Standpunkt zu beziehen
und sein Handeln daran ausrichten zu können.
Was müssen wir wissen? — Der bedeutungsvolle Zusammenhang
zwischen Bindung and Bildung
Der ko-konstruktive Bildungsansatz des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans
„berücksichtigt, dass Kinder von Geburt an sozial eingebunden
sind, Kompetenzen mitbringen und aktive Konstrukteure ihrer Bildungsprozesse
sind. Er betrachtet die soziale Interaktion als den Schlüssel zur
Wissens- und Sinnkonstruktion."
Die Qualität der Bindungsbeziehung ist Grundlage dafür, mit
welcher Sicherheit, Zuversicht, mit welchem Selbstvertrauen, sich das
Kind der Entfaltung seiner Kompetenzen widmen kann.
Die Bindungsforschung hat den Zusammenhang zwischen Bindung und Sicherheitsgefühl
des Kindes einerseits und seinem Explorationsverhalten und seiner Eigenaktivität
anderseits deutlich gemacht.
Bindung und Sicherheit --------------------------------
Autonomie und Eigenaktivität
Berechenbarkeit und feste Regeln -------------------------------
Abwechslung und neue Reize
Aktives Erkundungsverhalten (Explorationsverhalten) in früher Kindheit
setzt ein, wenn das Kind sich sicher und geborgen fühlt.
Um sich als eine sichere Bindungsperson anzubieten, müssen Eitern,
Tageseltern und Frühpädagoginnen mit Feinfühligkeit auf
den Säugling, des Kleinstkind reagieren können.
Das heißt sie erkennen in der Regel die Bedürfnisse des Kindes,
interpretieren sie richtig und reagieren prompt und angemessen. Dies
ist ein hoher Anspruch, der vielen Menschen intuitiv gelingt.
Welche Haltungen und Einstellungen müssen wir einnehmen,
bzw. entwickeln? — Die Rolle der Bezugsperson / Fachkraft
„.Bildung und Erziehung sind ein auf Dialog ausgerichtetes Geschehen,
in dem sich Kinder und Erwachsene als Partner respektvoll begegnen.
Die Rolle der Erwachsenen zeichnet sich durch bedingungslose Akzeptanz,
feinfühlige und liebevolle Zuwendung, angemessene Unterstützung
und reflektierte Beobachtung des• Kindes aus.... es ist eine wechselseitige
Partnerschaft, bei der sie gemeinsam Wissen, Verständnis und Sinn
ko-konstruieren und beide Lernende wie auch Lehrende sein können.“
Anmerkung unsererseits:
Der Begriff der Kompetenz ist inzwischen
im Bildungswesen nicht nur im Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan
0 -10 ( HBEP 0 -10) vom Ungeborenen (0) bis zum zehnjährigen (10)
sondern weit darüber hinaus flächendeckend eingeführt
oder soll es zumindest sein.
Inwiefern dem eine zu kritisierende Neuausrichtung des Bildungsbegriffs
vor dem Hintergrund bedenklicher Tendenzen von Bildungsreform und Bildungspolitik
zugrundeliegt, zeigt Jochen Krautz in seinem Buch "Wa(h)re Bildung"
auf.
Eine Zusammenfassung seiner Ausführungen
kann man bei Fromm Forum 13/2009 downloaden:
Bildung
als Anpassung? Das Kompetenz-Konzept im Kontext einer ökonomisierten
Bildung
Jochen Krautz
Referat
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