07.Februar 07- Studientag zum Thema "Lesekompetenz"

Schule und Lesen gehört zusammen wie Kirche und Beten. Schon vor 5000 Jahren bei den alten Sumerern gab es einige Kinder, die schreiben und lesen lernen durften - die Keilschrift nämlich auf Tontafeln. Eigentlich müsste die Zeit gereicht haben, dass wir wissen, wie das Lesen lernen funktioniert. Unsere Großeltern und Eltern haben lesen gelernt und sogar wir selber. Und selbst in der Nibelungenschule Hofheim wird seit vielen Jahrzehnten Kindern erfolgreich das Lesen beigebracht.
Da mag es einen schon verwundern, dass wir LehrerInnen uns einen ganzen Tag zusammen tun um uns mit dem Thema "Lesekompetenz" zu beschäftigen.

Nun, seit PISA ist wohl alles anders. Da haben Wissenschaftler festgestellt, dass viele Kinder und Jugendlichen in unserem Land nicht gut genug lesen lernen um Texte wirklich zu verstehen. Wer aber Texte nicht versteht, kann Informationen schlecht aufnehmen und lernt automatisch schlechter. Besonders schlimm für unser Selbstbewußsein ist, dass Deutschland unter 32 Teilnehmerstaaten der Studie im unteren Drittel liegt.
Dagegen muss etwas getan werden: unsere Landesregierung hat deswegen verschiedene strategische Ziele aufgestellt.
Strategisches Ziel 1:
„Am Ende des zweiten Schuljahres sollen alle Schülerinnen und Schüler altersgemäße Texte sinnerfassend lesen können.“
Strategisches Ziel 2:
Verringerung der in der PISA-E Studie definierten Risikogruppe (Hessen: 27 Prozent) um ein Drittel bis zum Ende des Schuljahres 2007/08 - durch Verbesserung der Lesekompetenz bei Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I,

Erreicht werden sollen diese Ziele durch "besseren" Unterricht an den Schulen. Dazu wurde eine "Projekthierarchie" eingerichtet, die vom Kultusministerium bis in jede einzelne Schule reicht. Deswegen heißt es in der “Königsteiner Vereinbarung zu den Strategischen Zielen“ vom 10.März 2005
u.a.
# Die Leiterinnen und Leiter der Staatlichen Schulämter stellen sicher, das* die für die Zielerreichung notwendigen Fortbildungsmaßnahmen im Rahmen der regionalen Lehrerfortbildung angeboten werden.
# Das Amt für Lehrerbildung organisiert entsprechende zentrale Qualifizierungsmaßnahmen.

* dieser Rechtschreibfehler ist so im Original der Kultusministeriumswebsite enthalten. Über solche Fehler von LehrerInnen freuen sich SchülerInnen auch immer.

Im Klartext ließe sich das so interpretieren: Hätten die LehrerInnen in den Schulen die SchülerInnen qualifizierter unterrichtet, wären die schlechten PISA-ergebnisse für Deutschland so nicht zustande gekommen. Eventuell lässt sich das 2. Strategische Ziel auch so verstehen: ein Drittel der schwachen LeserInnen gehen auf das Konto der Schule. Darüber, auf welches Konto die restlichen zwei Drittel gehen, wird nichts ausgesagt. Eventuell könnte folgende Grafik Anhaltspunkte liefern:

:

Wie dem auch sei. Wir Lehrkräfte wollen natürlich, dass alle Kinder gut Lesen lernen und deswegen sind wir dabei - wie gewünscht - Konzepte für vielfältige Maßnahmen zur Entwicklung und Förderung der Lesekompetenz zu entwickeln, sowohl für die Grundschule als auch für die Hauptschule. Diese werden natürlich in unser Schulprogramm integriert. Das wird natürlich einige Zeit kosten, zumal wir gehalten sind noch viele andere Konzepte zu entwickeln, wie man auf dieser Website unschwer herausfinden kann. Wir hoffen sehr, dass unsere Energie bei all dem reicht, unseren Unterricht so intensiv wie bisher vorzubereiten, durchzuführen und zu reflektieren.

Auf dem Weg zu unserem schuleigenen Lesekonzept sind wir ein Stück weiter gekommen.

1. Zunächst gab es einen einführenden Vortrag von Frau Röse-Berthel, Grundschulkollegin und Mitglied der Projektgruppe Strat. Ziel 1 beim Staatl. Schulamt Kreis BOW mit den Inhalten :

  • Lesen ist Konstruktion von Bedeutung
  • Lesekompetenz ist eine fächerübergreifende Schlüsselkompetenz
  • Lesekompetenz ist in einem Stufenmodell beschreibbar
  • Die individuelle Lesekompetenz ist abhängig von verschiedenen Lesermerkmalen
  • Die Schule muss vielfältige Maßnahmen zur Entwicklung und Förderung des Lesekompetenz ergreifen

2. Danach folgte eine längere Gruppenarbeitsphase mit der sogenannten "Lesebox"
Die einzelnen AGs machten sich nacheinander kundig zu den Bausteinen

            • Leseinteresse
            • Leseübungen
            • Lesestrategien
            • Leseaufgaben
            • Leseprozesse
            • Lesekultur
            • Eltern
            • Diagnose

3. Nach der Mittagspause machten sich dann GrundschulkollegInnen und HauptschulkollegInnen in getrennten AGs daran die Grundlagen für ein jeweiliges "Lesekonzept" der Nibelungenschule zu entwerfen. Daran wird dann in den nächsten Wochen noch zu arbeiten sein. Bis vor den Osterferien sollen diese Elemente des Schulprogramms wie etliche andere im Entwurf vorliegen. Dazu gibt es erneut eine "Schulentwicklungskonferenz".

Folgende Bilder entstanden bei der nachmittäglichen Arbeit:

Rektor referiertProjektablauf

zufriedene Kollegin Hauptschul -AG

Plenum GS-Kolleginnen

geschafftZitat schließt die Gestalt

Daniel Pennac -wie ein  Roman
Literaturempfehlung zum Thema Lesen

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